Der Argauer Altmeister

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Der Name Hauri steht für Pferdesport und Zucht. Und das nicht nur in seiner Heimat Seon im Schweizer Kanton Argau, sondern in der ganzen Welt. Den größten Anteil zur Popularität der Familie hat der heutige Senior-Chef, Max Hauri, beigetragen. Nach der Körung seines ersten Hengstes in Neumünster hat sich Pferd+Sport mit dem Altmeister unterhalten.

Max Hauri ist wohl das, was man eine echte Persönlichkeit des Pferdesports nennt. Eine Persönlichkeit, wie man sie heute nur noch selten trifft. 73 Jahre ist der Schweizer alt und hat zahlreiche spannende Geschichten aus seinem Leben zu berichten. Eine Geschichte erzählt von den Olympischen Spielen. In Tokio im Jahr 1964 belegte er dort im Sattel von Millwiev den zehnten Platz in der Einzelwertung. Acht Jahre später – bei den Spielen in München – gelang ihm dann das Meisterstück seiner sportlichen Karriere: Max Hauri erlangte nicht nur im Springen, sondern auch in der Vielseitigkeit die olympische Nominierung. Haiti hieß sein damaliges Springpferd, Red Baron sattelte er im Busch. Und das ziemlich erfolgreich. Am Ende sicherte sich der damals 30-Jährige in beiden Disziplinen eine Diplom-Rang, wie man in der Schweiz sagt – also eine Platzierung unter den besten Acht. 

Mit Vivaldi fing alles an
In dieser Zeit hat Max Hauri begonnen, seinen bis heute bestehenden Handels- und Ausbildungsstall „Hauri Pferde“ aufzubauen. Dafür kaufte er zunächst überwiegend in Irland und Belgien, heute auch in Holstein, Frankreich und Dänemark junge Springpferde mit hoffnungsvoller Perspektive ein und bildete diese aus. Eines der ersten Pferde, das ihm auch den internationalen Durchbruch im Pferdehandel bescherte, war Loro Piana Vivaldi. Unter Nelson Pessoa gewann der irische Wallach v. Imperius xx dreimal in Folge das Hamburger Derby. Durch dieses Pferd ergab sich eine bis heute fortwährende und enge Beziehung zur Familie Pessoa. Pessoas spätere Erfolgspferde Special Envoy v. Kings of Diamond und Tomboy v. Coevers xx stammten ebenfalls aus dem Stall von Max Hauri.Seit einigen Jahren pflegen die Hauris zudem den Kontakt mit dem Schweizer Springreiter Pius Schwizer. Lange Zeit stellte Max Hauri seinen Landsmann das Ausnahmepferd Verdi III v. Hors la Loi-Cantus-Landgraf I zur Verfügung. Ebenso wie den Casall-Limbus-Sohn Powerplay (Z.: Jens Ritters, Krumstedt), der inzwischen, so wie Verdi auch, von Eric Lamaze geritten wird. Aktuell ist es der französische Le Tot de Semilly-Sohn Picsou du Chêne, den Pius Schwizer von Hauri in Beritt hat.

Reiterfamilie durch und durch
Wenngleich auch Max vielleicht der Bekannteste Hauri ist, ist er dennoch nicht der einzige in der Familie der erfolgreich im Springsattel unterwegs gewesen ist. Seine Schwester Heidi gewann mit der von ihrem Bruder entdeckten Stute Jessica V bei den Olympischen Spielen in Los Angeles 1984 die Bronzemedaille und ein Jahr später die Silbermedaille bei den Europameisterschaften im französischen Dinard. Heute ist in der Schweiz eine anerkannte Trainerin.Und auch Max‘ beiden Söhne Markus und Thomas haben den Weg als Springreiter eingeschlagen. Während Markus, der ältere der beiden Hauri-Brüder, Diplom-Landwirt ist und das Training der rund 50 Handelspferde leitet, steigt Thomas nicht mehr in den Sattel, sondern ist für das Management des Betriebs und die Betreuung der Kunden zuständig. Doch das Talent haben sie beide vom Vater geerbt: Markus gewann schon die Schweizer Meisterschaft, holte Mannschaftsgold und Einzelbronze bei der Junioren-EM in Athen. Und Thomas nahm viermal in Folge an der Pony-Europameisterschaft teil bevor er 1998 Team-Europameister der Jungen Reiter in Lissabon wurde. 

Der Weg nach Holstein
Den Weg nach Holstein haben die Hauris über ihre Verwandtschaft gefunden. Max‘ Cousine Barbara Weck und ihr Ehemann Robert sind vor rund 20 Jahren aus der Schweiz nach Dithmarschen gezogen. In ihrer neuen Heimat Hademarschen kam der erste nähere Kontakt zu den Holsteinern Pferden zustande. Aus der Zucht von Hans-Hermann Gericke, Tönnig, erwarben sie im Jahr 2000 die Contago-Caletto II-Stute Contaga. Aufgrund einer Verletzung wurde sie direkt in der Zucht eingesetzt. Zweimal paarte Robert Weck die Stute mit Casall an. Im Jahr 2003 fiel die Schimmelstute Grey Martini, die heute mit dem Brasilianer Arthur Gustavo da Silva international erfolgreich ist. In 2011 kam dann ein Hengstfohlen mit einer auffälligen Blesse zur Welt. Zweieinhalb Jahre später stellt Max Hauri diesen Hengst auf der Körung in Neumünster aus. Und das mit Erfolg – die Körkommission gab Claron, so sein Name, grünes Licht für die Zucht. „Für unsere gesamte Familie ist der heutige Tag ein absolutes Highlight“, erklärt Max Hauri sichtlich gerührt im anschließenden Gespräch. Was sie züchterisch mit Claron jetzt vorhätten, wüssten sie noch nicht. „Doch unser Wunschziel ist auf jeden Fall, dass er im einmal im internationalen Sport geht – vielleicht mit Pius Schwizer. Doch das ist alles Neuland für uns und wir hoffen, dass er uns in der Zukunft Glück bringen wird“, so Thomas Hauri, der in Neumünster ebenfalls dabei war. 
Die Frage nach den Plänen für die Zukunft beantwortet Max Hauri ganz selbstverständlich: „Wir haben uns darauf spezialisiert, Pferde mit einer Perspektive für den internationalen Sport zu züchten und zu kaufen, auszubilden und weiterzuverkaufen. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Und dabei wollen wir nie unsere Philosophie aus den Augen verlieren: Junge Pferde brauchen Zeit und Geduld und müssen sachte und sauber ausgebildet werden!“ Und wer weiß, vielleicht ist ja mal wieder einer für die Weltspitze dabei – so einer wie Vivaldi, Special Envoy, Tomboy, Verdi, Picsou du Chêne oder Powerplay…
Carolin Diederich
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