Holsteiner in Österreich

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Familie Kriegler im Portrait

Als Sohn eines Bauern hatte Otto Kriegler schon von Kindesbeinen an mit Arbeitspferden zu tun. Als die Töchter des Österreichers zu reiten begannen, zogen die ersten Holsteiner in den Stall der Familie Kriegler. Das war vor 24 Jahren. Heute züchtet die Familie Kriegler mit ihren Holsteinern sehr erfolgreich Springpferde für den internationalen Sport.

Dort, wo Fuchs und Hase sich „Gute Nacht“ sagen, ist das Gestüt Trieblhof zuhause. Eine knappe Autostunde von Wiener Neustadt entfernt, inmitten der Berge, hat sich Otto Kriegler seinen Traum von einem Gestüt erfüllt. „23 Jahre lang bin ich am Trieblhof vorbeigewandert, denn der Weg zum Wallfahrtsort Mariazell führt direkt am Hof vorbei. Dann stand das Anwesen zum Verkauf“, erinnert sich der Bauingenieur. Der Trieblhof, einst ein landwirtschaftlicher Betrieb mit Gaststätte, ist heute ein moderner Zuchtbetrieb, auf dem rund 60 Pferde untergebracht sind.
Zur Zucht kam Otto Kriegler beinahe aus Zufall. Seine Tochter Heide Maria, für die ursprünglich die Holsteiner Springpferde angeschafft wurden, hörte mit Beginn ihres Studiums mit dem Reiten auf. Und so kam es, dass das ehemalige Sportpferd der Tochter, Dinah v. Landlord-Cor de la Bryere (Z.: Jürgen-Detlef Reise, Großenbrode) zur Zuchtstute wurde. Dinah wurde angepaart mit Caletto I und 1995 kam die Stute Kensas zur Welt. Kensas wiederrum brachte in Verbindung mit Coriano vierjährig ein Stutfohlen zur Welt. Und diese Coriano-Stute ist die Mutter des derzeit erfolgreichsten Pferds der Kriegler’schen Zucht, Texas v. Acorado I-Coriano (Stamm 4564).

Texas ist das Aushängeschild
Texas nahm unter dem Sattel des Österreichers Markus Saurrug an der Weltmeisterschaft in französischen Caen teil. Seit sie fünfjährig ist, wird Texas von Saurugg geritten. Genauso wie viele weitere Sportpferde der Familie Kriegler. „Über sechs Jahre haben wir Texas schonend aufgebaut“, erklärt Otto Kriegler. Und dabei ist er nach seinem bewährten Prinzip vorgegangen: zweieinhalbjährig bringt er alle Stuten zu Sonja Franzenburg-Much nach Holstenniendorf. Dort werden sie auf den Stutentest vorbereitet, den die Stuten anschließend in Lürschau absolvieren. Wenn sie eingetragen und tragend sind, holt Otto Kriegler sie zurück nach Niederösterreich. So hatte er es auch mit Texas gehandhabt. „Texas wurde nicht mit der Staatsprämie ausgezeichnet, da waren wir damals schon etwas enttäuscht. Thomas Mohr wollte sie trotzdem direkt kaufen. Aber wir haben nicht verkauft, sondern sie zunächst von Canturo besamen lassen. Als das Fohlen abgesetzt war, haben wir mit der Ausbildung begonnen“, erinnert sich Otto Kriegler.

Mit vier Stämmen
Die Familie Kriegler züchtet aber nicht nur mit dem Stamm 4564, sondern pflegt außerdem die Stämme 930, 2420 und 3389. Dem Stamm 930 entstammt zum Beispiel der Askari-Campine-Sohn Aramis. Zunächst sammelte der Hengst mit Markus Saurugg Erfolge in Youngster-Touren, bevor der irische Springreiter Cian O’Connor auf ihn aufmerksam wurde und Aramis erwarb. Der erste Sieg des Paares ließen nicht lange auf sich warten: Bei der Dublin Horse Show, einem ihren ersten gemeinsamen Turniere, gewannen sie die Youngster-Tour. „Für uns als Züchter ist die größte Motivation und Bestätigung der sportliche Erfolg unserer Pferde. Und diese Motivation brauchen wir auch, schließlich züchten wir von Holstein aus gesehen am anderen Ende der Welt“, verrät der Österreicher und lacht dabei. „Natürlich hoffen wir wieder so ein Pferd wie Texas zu züchten. Zurzeit ist Aramis unsere große Hoffnung.“
Der Cassini-Stamm 3389 kam über die Stute Tamara v. Acorado I-Calido (Z.: ZG Oldekop, Schönwalde) in den Stall der Krieglers und wurde unter anderem schon durch Anpaarungen mit Stakkato und C-Indoctro gesichert. 

17 Fohlen in diesem Frühjahr
17 Stuten hat die Familie Kriegler für dieses Jahr tragend, 14 davon sind Holsteiner. Und auch wenn Otto Kriegler vor mehr als 20 Jahren mehr oder weniger zufällig zum Züchter geworden ist, hat man das Gefühl, dass er heute nichts mehr dem Zufall überlässt. Im Gegenteil. Sein Ziel ist klar definiert: Die Motivation kam, kommt und wird mit dem Erfolg bleiben. Und dabei scheint er nicht verblendet zu sein, sondern sucht vielmehr ständig die „objektive Bühne“, wie er es selbst nennt. So zum Beispiel beim jährlichen Stutentest. „Für mich ist es wichtig, dass unsere Pferde objektiv beurteilt werden. Und wenn ich 1100 Kilometer mit meinen Pferden nach Holstein fahre, dann habe ich das Gefühl, dass das der Fall ist“, so Otto Kriegler. Zur Körung sei er noch nie mit einem Hengst gewesen. Die Frage nach dem „Warum“ beantwortet er ganz einfach: „Ich bin Realist. Ich melde keinen Hengst an, von dem ich weiß, dass er keine Chance hat. Aber dieses Jahr bin ich vielleicht dabei“, verrät er.
Und bis dahin bleibt Otto Kriegler mit Sicherheit bei seinem bewährten System: Stutentest, Fohlen, Sport für die Stuten. Aufzucht, Anreiten auf dem heimischen Hof und anschließende Vermarktung für die männlichen Tiere. Und wer weiß, vielleicht gibt es in diesem Jahr erstmalig eine Planänderung für einen der zweijährigen Hengste und er trabt am ersten Novemberwochenende durch die Holstenhallen in Neumünster. Denn eines wusste schon der römische Geschichtenschreiber Sallust: Der Plan, den man nicht ändern kann, ist schlecht. Carolin Diederich


Termine

04. 02. 2017

Am 4. Februar 2017 werden sich die Holsteiner Verbandshengste in ...

04. 02. 2017

11.00 Uhr Körbezirk Auswärtige Mitglieder,Neumünster, ...

15. 02. 2017

Am 15. Februar um 18.30 Uhr ist es wieder soweit: In Paderborn findet ein ...